ADHS Selbsthilfegruppen  

    Definition:
    "Selbsthilfegruppen sind freiwillige, meist lose Zusammenschlüsse von Menschen, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten, psychischen oder sozialen Problemen richten, von denen sie - entweder selber oder als Angehörige - betroffen sind.

    Sie wollen mit ihrer Arbeit keinen Gewinn erwirtschaften. Ihr Ziel ist eine Veränderung ihrer persönlichen Lebensumstände und häufig auch ein Hineinwirken in ihr soziales und politisches Umfeld.

    In der regelmäßigen, oft wöchentlichen Gruppenarbeit betonen sie Authentizität, Gleichberechtigung, gemeinsames Gespräch und gegenseitige Hilfe. Die Gruppe ist dabei ein Mittel, die äußere (soziale, gesellschaftliche) und die innere (persönliche, seelische) Isolation aufzuheben.

    Die Ziele von Selbsthilfegruppen richten sich vor allem auf ihre Mitglieder und nicht auf Außenstehende; darin unterscheiden sie sich von anderen Formen des Bürgerengagements. Selbsthilfegruppen werden nicht von professionellen Helfern geleitet; manche ziehen jedoch gelegentlich Experten zu bestimmten Fragestellungen hinzu."

    (Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) e.V. (Hrsg.): Selbsthilfegruppen-Unterstützung. Ein Orientierungsrahmen. Gießen 1987, Seite 5)


    Top

    Gründung einer SHG:

    1. Der Aufbau einer ADHS-Selbsthilfegruppe wird Ihnen eine Menge Geduld und Zeit abverlangen. Folglich sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie beides in erforderlichem Maß aufbringen können und wollen.

    2. Nehmen Sie Ihr Projekt "Gründung einer ADHS-Selbsthilfegruppe" möglichst nicht allein in Angriff. Zum einen ist geteilte Arbeit halbe Arbeit und zum anderen sollten Sie nie vergessen, dass Ihnen das Projekt auch Spaß machen soll. Gegenseitige Motivation in scheinbar ausweglos schlechten Zeiten sowie ein größeres Sprachrohr in der Öffentlichkeit werden Sie schon bald als positive Konsequenz Ihres Entschlusses erfahren.

      Um Mitstreiter und Interessenten ausfindig zu machen, sollten Sie Ihre bereits bestehenden Kontakte nutzen. Erkundigen Sie sich in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, bei Ärzten oder Sozialarbeitern. Des weiteren bieten Ihnen beispielsweise auch Anschlagbretter in Einkaufszentren oder anderen öffentlichen Orten sowie das Aufgeben von Annoncen in Ihrer lokalen Tageszeitung eine gute Gelegenheit, um auf die neue Selbsthilfegruppe sowie ein erstes Treffen hinzuweisen. Hierbei sollten Sie jedoch nicht ausschließlich Betroffene und deren Angehörige ansprechen, denn auch die Allgemeinheit sollte bei vorhandenem Interesse eingeladen werden.

    3. Um regelmäßige Gruppentreffen zu ermöglichen, ist es nun an der Zeit einen angemessenen Raum zu organisieren. Da sich private Wohnräume zu diesem Zweck nur bedingt eignen, stellen z.B. die AWO, Kirchengemeinden, Paritätische Wohlfahrtsverbände, Krankenhäuser oder Krankenkassen häufig für gemeinnützige Projekte Räumlichkeiten zur Verfügung.

      Damit allein ist es jedoch noch nicht getan, denn der Raum sollte zudem möglichst alle der folgenden Kriterien erfüllen:
      1. zur geplanten Zeit verfügbar
      2. keine zeitliche Begrenzung bezüglich der künftigen Raumnutzun
      3. g
      4. leicht auffindbar
      5. behindertengerechter Zugang
      6. geeignete Raumeinrichtung
      7. Wohlfühlatmosphäre

    4. "Welche Ziele möchte ich mit der ADHS-Selbsthilfegruppe anstreben und verwirklichen?" - Eine Frage über die Sie und Ihre Mitstreiter sich einig sein sollten, denn nur unter dieser Voraussetzung ist es Ihnen möglich, effektive Arbeit zu leisten. Tauschen Sie sich bezüglich Ihrer Motive, Wünsche und Hoffnungen aus. Dabei sollten Sie sich nicht scheuen auch Sorgen oder gar Befürchtungen anzusprechen..

      Im Anschluss ist eine Auswahl möglicher Ziele getroffen worden:
      1. gegenseitige Hilfestellung
      2. Informationsaustausch
      3. Organisation von Dienstleistungen (z.B. Therapiegruppen)
      4. Gestaltung von Freizeitaktivitäten

    5. Nachdem sich nun eine Zahl Interessierter zusammengefunden hat, sollten Sie je nach Größe der Gruppe die Organisation der Gesprächsform vornehmen. Gruppengespräche sind effektiv, so lange die Mitgliederzahl nicht mehr als 15 bis 20 Personen umfasst. Gruppen, deren Größe darüber hinausgeht, wird empfohlen einen Versammlungsleiter zu bestimmen. Jedoch besteht hierbei die Gefahr, dass einzelne Mitglieder kaum mehr zu Wort kommen und so das Gefühl vermittelt bekommen, eine weitere Außenseiterrolle, neben der, die sie zumeist bereits aufgrund der Verhaltensauffälligkeit ihres Kindes in der Gesellschaft inne haben, einzunehmen. Eine Atmosphäre, in der sich kein Gruppenmitglied an den Rand gedrängt fühlt, kann durch das Aufteilen der großen Gruppe in zwei kleinere oder das Angebot von Gesprächen in regelmäßig wechselnden Kleingruppen während der gemeinsamen Treffen geschaffen werden. Kleingruppengespräche ermöglichen den Mitgliedern intensive, tiefgründige Gespräche sowie mit jedem Treffen einen Zugewinn an Informationen und Erfahrungen. Des weiteren ist so gewährleistet, dass auch Meinungsunterschiede ausführlichst diskutiert werden können und somit die Toleranz gegenüber verschiedensten Sichtweisen erhöht wird. Zudem gewährleistet dieses Vorgehen, dass sich jeder einzelne in seiner Wahrnehmung und seinem Gefühlserleben ernst und wichtig genommen fühlt.


    6. Weiterhin ist größeren ADHS-Selbsthilfegruppen anzuraten, ein Vorstandsgremium zu wählen. Wahlberechtigt sind selbstverständlich alle volljährigen Mitglieder, wobei jedem einzelnen die gleiche Anzahl an Stimmen zusteht. Dies entlastet die gesamte Gruppe, indem das Gremium Entscheidungen vorbereitet, anschließend mit der Gruppe bespricht und letzten Endes erst mit deren Einvernehmen trifft. Hierbei erweist es sich allerdings als empfehlenswert, die Amtszeit des Vorstandsgremiums bereits im Vorfeld zu begrenzen.


    7. Sind Ihnen andere Selbsthilfegruppen in Ihrer Stadt bekannt? Suchen Sie diese auf, unabhängig von deren Interessenfeld, und informieren Sie sich über Probleme, denen sich diese anfänglich sowie im Verlauf der ersten Jahre ausgesetzt sahen.


    8. Im Anschluss geht es darum, mit Ihrem Projekt auf offene Ohren in der Öffentlichkeit zu treffen. Organisieren Sie eine Auftakt-Veranstaltung, einen Tag der offenen Tür oder bitten Sie einen ADHS-Spezialisten einen Fachvortrag zu halten. Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre und stellen Sie anschauliches Informationsmaterial aus. Es sollte u.a. Auskunft über Ihre Ziele, Motive sowie Arbeitsvorstellungen geben und sich an Kinder wie auch Erwachsene (unabhängig vom bisherigen Kenntnisstand über ADHS) richten. Bieten Sie sich den Gästen als erfahrener Ansprechpartner an und laden Sie diese bei Interesse zu einem Gruppentreffen ein.


    9. Des weiteren sollten Sie die evtl. anfallenden Kosten nicht aus den Augen verlieren.

      Im folgenden sind die aufgeführt, mit denen Sie voraussichtlich konfrontiert sein werden:
      1. Miete für den Gruppenraum
      2. Kopier- und Druckkosten für Einladungen, Informationsmaterial, Mitgliederrundbriefe, Plakate etc.
      3. Telefonkosten
      4. Portokosten
      5. Honorare für Referenten (zumeist nicht notwendig)

      Sollten Sie feststellen, dass auch auf Sie derartige Ausgaben zukommen, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen, diese zu finanzieren. Zum einen können Sie Mitgliederbeiträge veranschlagen und zum anderen steht es Ihnen offen, Spenden, Förderungen oder allgemeine Unterstützung zu erhalten.

      Dazu können Sie sich an folgende Institutionen wenden:
      1. Öffentliche Verwaltungen (z.B. Gesundheitsamt)
      2. Träger der Wohlfahrtspflege
      3. Örtliche Unternehmen
      4. Bußgeldstelle beim Verwaltungsgericht
      5. Regionale Sparkassen und Bänke
      6. Krankenkassen


    10. Um auf Veranstaltungen oder Aktionen hinzuweisen, ist Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.

      Hierbei können Sie u.a. auf die Medien zurückgreifen. Eine Auswahl der bestgeeignetsten finden Sie im Anschluss:
      1. Lokale Zeitungen
      2. Radiosender
      3. Plakate, Aushänge
      4. Informationsmaterial zum Auslegen (z.B. Faltblätter, die in Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern ausgelegt werden.)
      5. Informationsstände (z.B. bei Selbsthilfe-Tagen, Weihnachts- und Flohmärkten etc.)
      6. Internet-Darstellungen


    Top

Hier können Sie Ihre Selbsthilfegruppe oder Verein anmelden.

Name der Selbsthilfegruppe 
Ansprechpartner
Name  Vorname 
Strasse  Nr 
Ort  PLZ 
Telefon  Email 
Was möchten Sie hier veröffentlichen 
    

Top