Zum ersten Mal hörte ich etwas darüber als unser Sohn ca. 2,5 Jahre alt war. Meine Frau informierte sich in Fachbüchern über das Störungsbild und ich nutzte das Internet, um nach geeigneter Unterstützung zu suchen.
Nach kurzer Zeit hatten wir uns umfassend über ADHS informiert. Doch all die theoretischen Informationen halfen uns nicht beim täglichen Umgang mit unserem Sohn.
Im Januar 2001 gründete sich die ADHS-Selbsthilfegruppe Neubrandenburg. Dort arbeite ich bis heute aktiv mit, um vor Ort bessere Vorraussetzungen für betroffene Familien zu schaffen.
Durch die vielen Erzählungen von betroffenen Familien wurde sehr deutlich, dass die Öffentlichkeit noch viel zu wenig über ADHS informiert ist. Daher legten wir als Mitglieder der Selbsthilfegruppe das Hauptaugenmerk auf Öffentlichkeitsarbeit. Vorurteile sollen abgebaut werden. Wir wollen deutlich machen, dass es nicht "den Weg" für alle Betroffene gibt, sondern jeder eine individuell auf seine Stärken und Defizite abgestimmte Unterstützung benötigt. Um diese Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen, die eine veränderte, positive Perspektive auf das Störungsbild geben soll, beteiligen wir uns mit Informationsständen an öffentlichen Veranstaltungen. Wir organisieren Fachvorträge zu verschiedenen Aspekten dieser Thematik und bieten in Schulen und Kindertagesstätten Vorträge an.
Im Verlauf unserer ehrenamtlichen Arbeit zeigte sich ein großes Interesse an dem Thema ADHS. Daraufhin entwickelten wir einige weiterreichende Projekte, so zum Beispiel unseren ADHS-TAG, unser ADHS-Ferienlager, die "Deutschlandweite ADHS-MESSE", das ADHS Puppenspiel und die ADHS Infocollage.
Aus dieser ADHS Selbsthilfegruppe ist jetzt unser ADHS Förderkreis e. V. entstanden. Wir werden jetzt unsere Projekte und Angebote weiter ausbauen.
Sie teilen unsere Idee und möchten uns bei unserer Arbeit unterstützen? Dann werden Sie Mitglied in unserem Verein, entweder als festes Mitglied oder als Fördermitglied.
Sie sind Leiter einer Selbsthilfegruppe, einer therapeutischen Einrichtung oder einer Kita, einer Schule oder einer ähnlichen Einrichtung und möchten gerne bei uns Mitglied werden? Auch darüber würden wir uns sehr freuen.
Entsprechende Mitgliedsanträge finden Sie demnächst hier.
Wenn ich mich mit Betroffenen unterhalte, höre ich immer wieder, dass die Gesellschaft mit daran schuld sei. Aber wer ist die "Gesellschaft"?
Die Gesellschaft, das sind doch wir, jeder einzelne von uns. Also haben wir es doch auch in der Hand, die Gesellschaft zu verändern.
Es fängt doch schon damit an, dass viele nur über die Schwächen von ADHS'lern reden. Sollten wir nicht die positiven Seiten in den Vordergrund rücken? Ich sage: "Ja", denn nur mit einer positiven Grundeinstellung kann ich einen Beitrag für "eine bessere Gesellschaft" leisten. Helfen Sie mit, damit unsere Kinder ihren Platz in unserer Gesellschaft finden. Sie haben es in der Hand!
Fred Freese